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Voraussetzungen für eine bariatrische Operation


Ein operativer Eingriff zur Reduzierung von krankhaftem Übergewicht stellt immer einen erheblichen Eingriff in die Anatomie des Körpers dar und hat mitunter entscheidenden Einfluss auf die Verdauung und Nahrungsverwertung. Dazu kommen die Risiken, die immer mit einem großen chirurgischen Eingriff verbunden sind.

Daher sollte eine chirurgische Maßnahme nie als erste Option in Frage kommen sondern stets erst dann gewählt werden, wenn alle anderen Therapieansätze versagt haben oder keinen Erfolg versprechen.

Neben den medizinischen Kriterien, wann eine Operation sinnvoll ist, sind weitere Bedingungen zu erfüllen, damit die Krankenkasse die Kosten für eine solche OP übernimmt.

Folgende Kriterien sollten erfüllt sein:

  • Sie sind zwischen 18 und 65 Jahre alt.
  • Ihr BMI ist größer als 40 kg/m²
    oder Ihr BMI ist größer als 35
    und
    Sie leiden an Gesundheitsproblemen, die mit schwerem Übergewicht verbunden sind. Z.B. Diabetes, Gelenkprobleme, Herzprobleme oder Schnarchen mit regelmäßigem Aussetzen der Atmung (Schlafapnoe).
  • Sie leiden seit über 5 Jahren an Übergewicht.
  • Es wurde ein multimodaler konservativer Therapieversuch über mehr als 6 Monate erfolglos durchgeführt
  • Sie haben keine andere Krankheit, die für das Übergewicht verantwortlich sein könnte.
  • Sie sind bereit, Ihre Eß- und Lebensgewohnheiten drastisch zu ändern und eine lebenslange Nachsorge in Anspruch zu nehmen.
  • Es liegt kein übermäßiger Alkoholkonsum vor.
  • Sie nehmen keine "bewußtseinserweiternden" Substanzen.

Das Drei-Säulen-Prinzip


Für einen ausreichenden konservativen Therapieversuch muss ein Behandlungskonzept Elemente aus den drei wichtigen Säulen Bewegung, Ernährung und Verhalten aufweisen. Die Therapieansäzte aus diesen Teilbereichen müssen gleichzeitig und aufeinander abgestimmt erfolgen. Unterstützend können Medikamente eingesetzt werden.

Jeder Therapieversuch, der nicht diese drei Säulen abdeckt, wird als nicht ausreichend bewertet werden.

Nachweise


Um eine vollständige und ausreichend ausgeschöpfte konservative Therapie belegen zu können, benötigen Sie einige Unterlagen. Am besten kopieren Sie die Dokumente, so dass wir sie zu Ihrer Akte und später zu Ihrem Antrag beilegen können. Hilfreich können dabei sein:

  • Attest vom Hausarzt über die konservative Behandlung
  • Bescheinigung von Weight Watchers
  • Berichte von stationären Kuren
  • Belege einer medikamentösen Therapie
  • Bescheinigungen über Ernährungberatungen
  • Mitgliedschaften in Sportvereinen, Fitness-Clubs o.ä.
  • Behandlungsbescheinigung eines Psychologen, soweit vorhanden
  • Atteste, die die Begleiterkrankungen dokumentieren
  • Eine Medikamentenliste
  • Eine chronologische Auflistung ihrer Krankengeschichte incl. möglicher OPs